Kann Software schön sein?
Der Web-Pionier David Gelernter hat vor einem Jahr ein “Bauhaus für Software” gefordert. Wie das Bauhaus in den 1920er Jahren sollte nun für Software ästhetische Forderungen nach dem Prinzip “Form follows Function” aufgestellt werden?
Welchen Sinn kann eine Ästhetik für Software haben? Wann könnte man sagen, dass Software “schön” oder “hässlich” ist? Und was bringt das für die Kundenzufriedenheit oder für die Qualität der Software, besonders für die Erfüllung nichtfunktionaler Anforderungen?
Tatsächlich ist es sinnvoll, ästhetische Kategorien, die z.B. von Kant, Heidegger oder Frank Sibley entwickelt wurden, auf Software anzuwenden. So lassen sich ästhetische Kriterien für Software entwickeln, die über das design von Oberflächen und den modularen Architekturentwurf hinaus die Akzeptanz durch den Benutzer und die Wartbarkeit erhöhen.
Aber kann man Softwareästhetik lernen, und wenn ja, wie? Hier hilft eine Debatte der analytischen Ästhetik aus den 1960er Jahren weiter. Man kann Eleganz und Schönheit auch bei Software nicht einfach durch Regeln lernen, aber durch Zeigen, Nachmachen und Übung.











